Allend Meilen, 20:00. Die schweren Gewitterwolken verziehen sich in Richtung Voralpen nachdem sie mit Blitz und Donner sintflutartigen Regen über ds Oberland brachten. In der Seebacher Startaufstellung stehen heute nur 10 Spieler, doch diese sind topmotiviert: in der Verteidigung stehen Paschos-Vieira-Hug-Peixoto vor dem Torwart Sami. Im Mittelfeld sind Carvalho-Strähl-Marty-Silva aufgelaufen. Als einzige Spitze sticht heute Betschart ins Fleisch der Meilemer Abwehr.
"Das wird ein lustiger Tanz in den Mai", dachten sich wohl die Meilemer. Doch bereits nach wenigen Minuten fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen: sie bissen gegen ein hervorragend gestellte Seebacher Viererkette auf Granit. Ein eisiger Aprilwind blies ihnen ins Gesicht. Die Seebacher Angriffe waren selten, doch führte bereits nach 15 Minuten ein zügig vorgetragener Vorstoss über die linke Seite durch Strähl zum 1:0. Strähl verwertete einen tödlichen Pass von Marty. War es Lethargie oder Schockstarre? Von Meilen war nichts zu sehen! Ein weiterer, im Stile eines chirurgischen Eingriffes vorgetragener Angriff der Seebacher führte nach einer feinen Einzelleistung von Betschart beinahe zur Erhöhung des Scores, doch der Meilemer Torwart konnte seinen satten Schuss in der 22. Minute parieren. Wenig später führte auf der anderen Seite ein Sonntagsschuss aus 25 Metern zum überraschenden Ausgleich. Die kräftezehrende Angriffsarbeit des Seebacher Mittelfeldes forderte seinen Tribut. Doch die Seebacher liessen sich nicht beirren und spielten cool weiter. Das schnelle Umschalten der Seebacher Spieler bereitete den Meilemern zusehends Mühe! Kurz vor dem Pausenpfiff drosch Strähl dem gegnerischen Torwart einen als Abpraller aufgegangenen Angriff direkt in die Fangarme. Es steht 1:1 zur Pause.
Die Spieler von Seebach betreten mit einem Lächeln den Granulat verfüllten Kunstrasen, die Meilemer hingegen versuchten sich gegenseitig mit lauten Sprüchen anzuheizen, doch die Rufe prallten an den Spielern ab und verhallten ungehört im kühlen Zürichseetal, als habe der See selber sie verschluckt. Auch in der zweiten Halbzeit war für die Meilemer Stürmer auf Höhe Viererkette Schluss. Nur Schüsse aus der zweiten Reihe brachten Gefahr, doch wurden diese vom hervorragenden Seebacher Schlussmann pariert. Einmal half auch der Pfosten noch mit. Seebach blieb durch die schnellen Konter immer gefährlich, doch wollte das Siegtor auch ihnen nicht gelingen. Die Partie endete 1:1, ein Achtungserfolg für Seebach, die sich hier für ihre guten Trainingsleistungen unter der Woche selber belohnten.
A. Hug, 12.4.2013
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